Abkürzungen in wissenschaftlichen Arbeiten richtig verwenden

Oder auch: Warum Abkürzungen die Lesbarkeit nur fördern, wenn sie korrekt eingeführt und einheitlich gebraucht werden


Wann ist eine Abkürzung sinnvoll?

 

Wenn die Sätze deiner Abschlussarbeit aufgrund ständig wiederkehrender langer und komplizierter Begriffe zu komplex sind, solltest du über eine Abkürzung nachdenken. Dieses Vorgehen vereinfacht die Verwendung der Begriffe und erleichtert den Lesefluss erheblich. Dabei sollte im Voraus recherchiert werden, wie die gängige Abkürzung für den Begriff lautet. Falls eine solche nicht existiert, kann auch eine eigene geschaffen werden, wenn die Verwendung sinnvoll erscheint.

 

Was ist zu beachten?

 

Allerdings gibt es einige Regeln, die bei der Verwendung von Abkürzungen in wissenschaftlichen Arbeiten beachtet werden müssen. Begriffe abzukürzen, ist zum Beispiel nur dann sinnvoll, wenn diese in eurer Arbeit auch mehrmals auftauchen. Anderenfalls trägt die Abkürzung nicht zur besseren Lesbarkeit der Arbeit bei. In einem Abkürzungsverzeichnis werden alle verwendeten Abkürzungen aufgeführt und ggf. übersetzt. Wichtig: Gängige, aus dem Duden bekannte Abkürzungen wie etc., usw., oder z. B. werden hier nicht aufgeführt, da sie das Abkürzungsverzeichnis trivialisieren. Stammt die Abkürzung aus einer Fremdsprache, sollte diese zum besseren Verständnis in Klammern übersetzt werden. Zum Beispiel:  WHO -  World Health Organization (Weltgesundheitsorganisation)

 

 

Bei der ersten Verwendung im Fließtext muss der Begriff sodann einmal ausgeschrieben werden, die Abkürzung erfolgt in Klammern und ist hiernach durchgängig zu gebrauchen. Dabei sollte unbedingt beachtet werden, dass im Verlauf des Textes nicht zwischen der ausgeschriebenen Schreibweise und der Abkürzung gewechselt wird. Denn: Ist eine Abkürzung einmal eingeführt worden, muss sie auch verwendet werden. Besonders wichtig dabei ist, dass diese grammatisch korrekt in euren Text eingebunden ist. Möchtet ihr in einem Satz zum Beispiel die Abkürzung für das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) verwenden, heißt es korrekt: „die Verordnungen des BMJV besagen“, und nicht: „die Verordnungen der BMJV besagen“.

 

Für allgemein bekannte Abkürzungen wie z. B., u. a., i. d. R. oder auch e. V. gilt im Übrigen: Denkt an die geschützten Leerzeichen, denn ausgeschrieben heißt es ja nicht: "zumBeispiel", folglich wird auch nicht ohne Leerzeichen abgekürzt (also nicht: "z.B.").

 

Solange diese Punkte beachtet werden, sollte einer erfolgreichen Verwendung von Abkürzungen in einer wissenschaftlichen Arbeit nichts mehr im Weg stehen.